Wer Innenarchitektur auf Ausstattung, Atmosphäre und Gestaltung reduziert, denkt zu kurz. Denn Innenräume sind Orte des Lernens, Arbeitens, Zusammenlebens, Konsumierens und der öffentlichen Nutzung. Sie berühren damit unmittelbar Fragen von Sicherheit, Gesundheit, Teilhabe, Orientierung, Nachhaltigkeit und kultureller Verantwortung.
Unser Projektpartner René Pier, Innenarchitekt aus Stuttgart und Boardmember von ECIA (European Council of Interior Architects) hat CLEAR bei der Fachkonferenz Responsible Interiors einem internationalen Fachpublikum vorgestellt.
Responsible Interiors fand als Rahmenprogramm während der Milano Design Week und der Mailänder Möbelmesse im April 2026 statt. Rund 100 Vertreterinnen und Vertreter aus Innenarchitektur, Design, Verbänden, Hochschulen und angrenzenden europäischen Fachdisziplinen tauschten sich über die gesellschaftliche und fachliche Verantwortung der Innenarchitektur aus. Dabei ging es vor allem um die Rolle der Disziplin an der Schnittstelle von Sicherheit, Inklusion und neuen professionellen Standards.
Ein Diskussionspunkt war die Brandkatastrophe im schweizerischen Wintersportort Crans-Montana im Januar 2026. Der Fall wurde als eindringliches Beispiel dafür diskutiert, dass Brandschutz, Materialkenntnis sowie die anwendungskorrekte Auswahl und Verarbeitung von Materialien Kernaufgaben professioneller Innenarchitektur sind. Gerade dort, wo Laien oder nicht ausreichend qualifizierte Akteurinnen und Akteure in sicherheitsrelevante Innenräume eingreifen, können gestalterische Entscheidungen dramatische Folgen haben.
Professionelle Innenarchitektur spielt aber auch bei der Planung und Entwicklung von zukunftsfähigen Lernräumen eine große Rolle. Diese Räume erfordern Fachwissen über Nutzung, Pädagogik, Material, Sicherheit, Nachhaltigkeit und soziale Wirkung. Innenarchitektinnen und Innenarchitekten müssen in der Lage sein, Bildungsziele in räumliche Qualitäten zu übersetzen und zugleich Verantwortung für die technische, funktionale und sicherheitsrelevante Qualität von Innenräumen zu übernehmen.
Vor diesem Hintergrund ist CLEAR ein exzellentes Beispiel für europäische Zusammenarbeit, wenn es darum geht, Innenräume im Bildungsbereich evidenzbasiert, resilient und verantwortungsvoll zu entwickeln.