April 2026: CLEAR-Projektmitglied René Pier präsentierte das Projekt CLEAR auf der Fachkonferenz Bau und Betrieb von Bildungseinrichtungen. Das Fachpublikum bestand aus Innenarchitektur, Bildungseinrichtungen, kommunalen Trägerschaften und weiteren Akteurinnen und Akteuren des Bildungsbaus.
Für Pier ist die pädagogische Innenarchitektur ein zentrales Handlungsfeld für zukunftsfähige Bildungseinrichtungen. Sein Fokus lag darauf, vor allem kommunale Vertreterinnen und Vertreter dafür zu sensibilisieren, Bildungsbau nicht allein über Gebäude, Flächenprogramme, technische Standards und Betriebskosten zu denken.
Lernräume müssen aus den Bedürfnissen der Lernenden, der Lehrenden und der jeweiligen pädagogischen Zielsetzung heraus entwickelt werden. Innenarchitektur ist dabei ein verbindendes Instrument zwischen Pädagogik, Verwaltung, Bestand, Nutzung und Betrieb. Die zentrale Botschaft: Der physische Raum ist immer Teil des Lernprozesses. Auch dort, wo digitale Medien eingesetzt werden, bleibt Lernen körperlich, sozial und räumlich verankert. Deshalb kann der physische Raum zwar ignoriert, aber nie verlassen werden.
Zukunftsfähige Lernräume
Anhand mehrerer Praxisbeispiele zeigte Pier, wie pädagogische Innenarchitektur konkret wirksam werden und pädagogische Entwicklung räumlich unterstützen kann:
- Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Oberhausen (ZfsL) : Transformation eines bestehenden Gebäudes in eine zeitgemäße Lernumgebung mit Kommunikationsräumen, Fokusbereichen und performativen Räumen.
- Schulcampus Struenseestraße: Möblierung, Ausstattung, Mensa, Aufenthaltsbereiche und Vergabeprozesse können als Teil einer erweiterten innenarchitektonischen Leistung und der gemeinsamen Entwicklung einer zeitgemäßen Lernumgebung verstanden werden.
- Burgschule Plochingen: Veränderung beginnt nicht mit Gestaltung, sondern mit Zuhören. Workshops mit Kollegium, Eltern, Schulträger und weiteren Beteiligten führten dort zu einem Raumkonzept, das pädagogische Ziele in konkrete Ermöglichungsräume übersetzt, darunter Makerspace, Wortkino, Experimentierraum und Bewegungswerkstatt.
Pier stellte CLEAR als europäisches Bildungsprojekt vor, das innovative Werkzeuge für zukunftsfähige und resiliente Lernräume entwickelt. Das Erasmus+-Projekt verbindet Pädagogik, Schulentwicklung, Innenarchitektur und Verwaltung, um Bildungsziele in räumliche Lösungen zu übersetzen und räumliche Möglichkeiten wieder in pädagogische Entwicklung zurückzuführen.
Mit dem geplanten digitalen Schulbaukompass, einer App und einem Reallabor unterstützt das Projekt die gemeinsame Planung und Umsetzung zeitgemäßer Lernumgebungen. Damit ist CLEAR ein konkretes Beispiel, wie Forschung, pädagogische und räumliche Entwicklung, Praxis und kommunale Verantwortung verbunden werden können.